An den Kuckuck

An den Kuckuck (1941)

Aus dem Englischen übersetzt, Original von William Wordworth

Motto:

Am Waldsaum kann ich lange Nachmittage
Dem Kuckuck horchen, in dem Grase liegen;
Er scheint das Tal gemächlich einzuwiegen
Im friedvollen Gleichklang seiner Klage.“

Aus: Mörike’s „Am Walde“
Du lieber Kuckuck so voll List, 
ich frage mich, wenn’s "Kuckuck!" ruft, 
ob wirklich du ein Vogel bist 
und ein Geläut nicht nur aus Luft. 

Ich lieg im Gras und hör’ so gern 
dein traumhaft Rufen aus dem Wald, 
das bald so nah und bald so fern 
die kleinen Hügel überrollt.

Vom Glück der Blumen rings im Licht 
singst du dem Tal dein Echo vor, 
und ferner Tage Angesicht 
ruft’s mir zurück so sanft durchs Ohr. 

O Lieblingskind des Frühlings du, 
du bist kein Vogel, nein, o nein, 
verhüllt, verborgen immerzu 
kannst, Rätsel du, nur Stimme sein. 

Du hast, als ich zur Schule ging, 
mich bläulich schon gelockt so laut, 
ich lugte, spähte und verfing 
umsonst mich in Gestrüpp und Kraut. 

Von Wald zu Wald, von Flur zu Flur 
wie hab’ ich dich gesucht so oft, 
doch bei dem Suchen blieb es mir 
und bei dem Sehnen, das noch hofft. 

Nun horch’ ich wieder hier im Gras, 
wie süß vertraut dein Gruß mir klingt, 
der zarten Bildern gleich aus Glas 
mir meine Kindheit wiederbringt. 

O goldne Zeit vorbei so lang, 
wie dünkt mich doch die ganze Welt, 
o guter Vogel, habe Dank, 
ein einzig’ tanzend Elfenzelt.